Der Titel Geraum verweist auf das Thema Zeit und Zeitraum: Er enthält Raum, bezeichnet aber zugleich eine unbestimmte, eher längere Zeitspanne. Gemeint sind reale wie vorgestellte Zeiträume, die sich in unserem Erleben ablagern und im künstlerischen Material als Spuren sichtbar werden – etwa in Malerei oder Skulptur.
Zentral ist dabei die Frage, wie sich solche Schichtungen von Zeit darstellen lassen. Auch künstlerisches Arbeiten selbst ist ein Prozess der Akkumulation – geprägt von Erfahrungen und Arbeitsgängen wie Suchen, Sammeln, Formen und Verwerfen.
Die Bilder entstehen in langen Prozessen des Schichtens, Auf- und Abtragens – über Wochen, Monate oder Jahre, vorbereitet durch Sammeln, Zeichnen, Fotografieren und Collagieren.
Diese verdichtete Zeit in der Malerei steht im Dialog mit scheinbar freigelegten Artefakten. Materialien wie Mammut, Bernstein oder Schildpatt tragen selbst immense Zeiträume in sich und verschieben so den Blick auf menschliche Zeit. Die Arbeiten werden zu konzentrierten Archiven und Begegnungen mit natürlichen Zeitepochen. Auch die Fotografien – durch lange Belichtungszeiten entstanden – machen die Dauer der künstlerischen Suche sichtbar.